1.Männer : Spielbericht
11. Spieltag - 01.03.2026 15:00 Uhr
| SG FSV Diedorf/Rhön II | SV 49 Eckardtshausen | |||
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4 | : | 1 | ![]() |
| (2 | : | 1) | ||
Aufstellung
Spielstatistik
Tore
Arthur SeilerAssists
Tommy MengisGelb-Rote Karten
Arthur Seiler (70')Zuschauer
40Torfolge
| 0:1 (6') | Arthur Seiler (Tommy Mengis) |
| 1:1 (11') | SG FSV Diedorf/Rhön II |
| 2:1 (16') | Oday al-Hennawi (Eigentor) |
| 3:1 (86') | SG FSV Diedorf/Rhön II |
| 4:1 (89') | SG FSV Diedorf/Rhön II |
Eigentor, Elferfehlschuss, Platzverweis: Chaotisches Spiel in Kaltenlengsfeld
SG FSV Diedorf/Rhön II – SV 49 Eckardtshausen 4:1 (2:1)
Tore:
0:1 Arthur Seiler (6.min)
1:1 Tobias Kirchner (11.min)
2:1 Oday al-Hennawi ET (16.min)
3:1 Jannik Kirchner (86.min)
4:1 Hans-Peter Andert (89.min)
Lange Reise, viele Chancen, keine Punkte
Pünktlich zum Rückrundenauftakt hat sich der Winter auch im Thüringer Lande wieder verkrochen. Die schneereichen Monate sorgten dennoch für eine eher schmale Vorbereitungsphase eines Großteils der Amateurmannschaften. Auch Martin Reißigs Jungs mussten auf zwei angesetzte Testspiele gegen Creuzburg verzichten und reisten mit einem konditionell unter dem letzten Jahr liegenden Schnitt (2024/25 waren es drei Vorbereitungsspiele) zum zweifellos weitesten Auswärtsspiel der Saison. Über 90 Kilometer und zwei Stunden Fahrzeit musste die Kicker dafür insgesamt auf den Tacho bringen, um das zugegeben idyllische Kaltenlengsfeld in der Vorderrhön zu erreichen. Der fast 104-jährige Heimverein SV Wacker entschied sich im Sommer vergangenen Jahres für eine Spielgemeinschaft mit dem FSV Diedorf/Rhön und dem Klingser SV, kehrte somit nach über fünf Jahren vom KFA Rhön-Rennsteig in den KFA Westthüringen zurück. Der damalige Wechsel wurde im Anschluss der Saison 2019/20 aufgrund Kaltennordheims Landkreiswechsel vom Wartburgkreis nach Schmalkalden-Meinigen vollzogen.
Mit dankenswerter Unterstützung von Tobias Hüttig und Marcel Stauch, starteten die Geißrainer ohne Stammspieler wie Benjamin Zirpel und Johannes Huhn an Board ins erste Aufeinandertreffen des Kalenderjahres. Die teils holprigen Platzbedingungen in der „Agrarhof-Kichner-Arena“ – selbst in der zehnten deutschen Spielklasse scheinen sich mittlerweile Sponsoring-Namen etabliert zu haben – bereiteten einer Vielzahl an Spielern sichtliche Probleme bei der Ballannahme. Die Anfangsphase gehörte denoch klar den Gästen. Arthur Seilers Linksschuss streifte nach Toni Berndts hohem Laufpass den Außenpfosten (2.). Im Zentrum sollte Sturmanker Tommy Mengis Bälle festmachen, halten und verteilen. Über einen weiten Hering-Einwurf, fand die Kugel den Weg zu Mengis, der am Fünfmeterraum zwei Gegenspieler austanzte und zu Seiler weiterleitete; Seiler hielt aus der Drehung drauf und traf zur verdienten Führung (1:0/6.). Ein beginnender Problemfaktor folgte prompt: Immer wenn Eckardtshausen einen Angriff nicht konsequent zu Ende spielte, waren die Hausherren ab der Mittellinie in dreistelliger Überzahl. Somit genügte Tobias Kirchner ein schlichter Flachpass von Kevin Hartmann durch die Mitte. Kirchner bedankte sich frei vor dem bisher beschäftigungslosen Panagiotis Morkos mit dem Ausgleich (1:1/11.). Momente später lenkte Morkos einen Fernschuss nach erneutem Diedorfer Überzahlspiel reaktionsschnell über die Latte (15.). Das Unheil nahm seinen Lauf: Den anschließenden Eckball zirkelte Hartmann an den kurzen Fünfmeterraum; Oday al-Hennawi schreitet entschlossen zum direkten Klärungsversuch, ließ den Ball aber über den Spann rutschen und nagelte ihn auf diese Weise ins eigene Tornetz (1:2/16.). Psychologisch knabberte die Reißig-Elf nur kurz am ersten Rückschlag des Tages. Im Ballbesitzspiel sahen die knapp 40 Zuschauer weiterhin dominante Eckardtshäuser. Das Fehlerbild verharrte trotzdem fortwährend auf zu offensichtlichen Laufpässen, wenig Ballkontrolle und mangelnder Rückarbeit nach Ballverlusten. Hering und Mengis waren beide nah dran am 2:2, bekamen aber immer wieder einen Fuß in den Weg gestellt. Steven Neumann vergab nach Fabian Forejt schönem Direktpass die größte Chance im Eins-gegen-Eins mit Keeper Benedikt Krokowski. Leider festigte Schiedsrichter Carlo Dücker mit sprunghafter Spielführung ein zunehmendes Ungerechtigkeitsgefühl auf beiden Seiten, sorgte damit für vermeidbare Unruhe vor und nach dem Pausenpfiff.
Der Seitenwechsel ließ die Jungs vom SV 49 nun zwar gegen die tiefstehende Sonne spielen, bewirkte aber immerhin eine Leistungssteigerung. Martin Reißigs wegweisenden Kabinenworte fokussierten sich auf eine gesteigerte Kreativität, aktivere Zweikampfführung und ein mutigeres Doppelpassspiel. Endlich wurden Bälle auf Höhe der Mittellinie gewonnen, gegnerische Ketten mit einfachen Passstaffetten überspielt. Nur der letzte Impuls zum Tor fehlte. Bei Kaßners und Seilers Flanken verpassten Neumann und Kaßners selbst haarscharf im Zentrum. Hering verfehlte mit einem Distanzschuss das Tor nur ganz knapp. Auf der Gegenseite parierte Panagiotis Morkos mit ausgestreckter Faust gegen Niklas Markert (55.). Was folgte, war in jeglicher Hinsicht ein weiterer einschneidender Punkt im Spiel – sowohl für den Schiedsrichter als auch für die Mannschaften. Steven Neumann ging im Duell mit Benjamin Krokowski am Strafraumrand zu Boden. Zweifelsohne ein Foulspiel, augenscheinlich aber nicht ansatzweise im Sechzehner. Schiri Dücker tat sich mit zögernder Haltung keinen Gefallen, fragte sogar individuell herum und entschied schließlich zugunsten der Geißrainer auf Foulelfmeter; die Unsicherheit war ihm dabei ins Gesicht geschrieben, was die respektlosen, leider unbestraften Worte einiger Kaltenlengsfelder allerdings nicht änderten. Tommy Mengis nahm sich der Herausforderung an … und wollte es zu genau machen: sein gut angesetzter Linksschuss strich am oberen, linken Dreiangel vorbei (58.). Die gesamte Unordnung der Situation schien sich binnen Sekunden von selbst gelöst zu haben. Es blieb das gewohnte dominante Spiel, ohne die entscheidende Eckardtshäuser Durchschlagskraft, bis der dritte Tiefschlag anklopfte. Arthur Seiler legte sich die Kugel an Benjamin Krokowski vorbei und zog im Strafraum zur Grundlinie. Beide Spieler streckten ihr Bein in Richtung Ball und trafen sich am Fuß. Krokowski schrie laut auf, der Unparteiische sah sich aus diesem Grund zu einer Gelben Karten gezwungen. Seiler selbst wusste, was es bedeuten würde, Dücker selbst merkte dies aber erst, als Seiler bereits 50 Meter in Richtung Seitenauslinie gelaufen war und holte ihn nochmal zurück, um den Platzverweis „offiziell“ zu zeigen. Eine rückblickend unverhältnismäßige Konzessionsentscheidung, wie viele an diesem Tag (70.). In Unterzahl hielt Eckardtshausen das eigene Spiel aufrecht, war defensiv aber fortan um Einiges anfälliger als zuvor. Mit hohem Risiko drückten sie nochmal auf den Ausgleich und jubelten, als Steven Neumann den Ball ins Tor drückte, der Referee jedoch eine Abseitsstellung erkannte (75.). Der SG Diedorf II ergaben sich in den Schlussminuten Großchancen am Fließband. Allein Hans-Peter Andert schob zweimal freistehend am Pfosten vorbei. Schließlich nutzte Jannik Kirchner einen zunächst von Morkos stark abgewehrten Ball zum 1:3 (86.). Andert sorgte mit einem Dribbling an der Torauslinie und seinem Schuss ins kurze Eck für den Endstand (1:4/89.).
Schwer enttäuscht, aber nicht gänzlich illusioniert, fanden sich Martin Reißig und seine Schützlinge noch einmal zusammen und einigten sich darauf: Spielerisch betrachtet war die Leistung, allen voran in den zweiten 45 Minuten, für ein Auftaktspiel nicht schlecht. Die Mischung aus zu wenig Gegenwehr der Anfangsphase, drei herben Rückschlägen (Eigentor, Elferfehlschuss und Platzverweis) sowie einem unkalkulierbarem, latent-unsicheren Unparteiischen, waren psychologisch betrachtet weit zurückwerfend. Die Hausherren wiederum profitierten von all diesen Momenten und mauserten sich auf clevere Weise zu ihrem zweiten Saisonsieg, auch das gilt es anzuerkennen. Kommenden Sonntag, 08. März 2026, reisen die Eckardtshäuser erneut in die Thüringer Rhön. Sollte das Wetter erneut mitspielen, kommt es in Gehaus zum Duell mit dem Tabellenführer der SG SV Grün-Weiß Oechsen, dem man im Hinspiel immerhin ein 2:2 in Unterzahl abknüpfte.
(Arthur Seiler)
Aufstellung:
Panagiotis Morkos, Toni Berndt, Lukas Huhn, Fabian Forejt, Dominik Kaßner, Oday al-Hennawi, Arthur Seiler, Marc-Kevin Kaßner, Steven Neumann, Daniel Hering (Tobias Hüttig 60.min), Tommy Mengis
Karten:
Gelb-Rot – Arthur Seiler
SG Diedorf II – 2mal Gelb
Schiedsrichter:
Carlo Dücker
Vielen Dank an Marlon Reißig für's Knipsen der Bilder!


